Einbezug der Schulaufsicht

Evaluationspersonen haben in der Regel keine Anweisungsberechtigung und keine Sanktionsfunktionen. Diese mit institutioneller Macht eng verbundenen Massnahmen sind ausschliesslich der Schulpflege, der Schulleitung und/oder der Schulaufsicht vorbehalten.

Dennoch stehen Schulevaluationen mit Blick auf die Rechenschaftslegungsfunktion nahe bei einer schulaufsichtlichen Funktion: Schulevaluationen sollen Schwachstellen der Schulen identifizieren; sie sollen dazu beitragen, dass alle Schulen ein Mindestmass an Qualität garantieren können. Dort, wo gravierende Schwächen festgestellt werden, wo die Funktionsfähigkeit der Schule in Frage gestellt ist, muss interveniert werden – sei es zum Wohl der Kinder und Jugendlichen oder der übrigen Beteiligten und Betroffenen.

In der Kontrollfunktion spielen Schulevaluation und Schulaufsicht zusammen - aber mit je eigenen Aufgaben und Rollen: Die Schulevaluation kann die Schulaufsicht auf Mängel aufmerksam machen und dazu bewegen einzuschreiten. Sie wird aber selber weder Intervention vornehmen noch Massnahmen anordnen.

Die Schulaufsicht ist wie folgt  in die externe Schulevaluation involviert:

Ihr kommt eine massnahmenbegleitenden Funktion (Controlling-Funktion und Beratungsfunkton) zu, nämlich als Instanz, welche bei festgestellten Qualitätsmängeln und im Falle von gravierenden Defiziten die Schule eng begleitet und bei Bedarf die Umsetzung sowie die Verbesserungs- und Optimierungsmassnahmen genehmigt, anmahnt und einfordert.

Weshalb ist die Funktionstrennung wichtig?

  • Die Unabhängigkeit der Wahrnehmung und der Urteilsbildung wird erhöht.
  • System-externe Eingriffe in die Führungsverantwortung werden vermieden.
  • Die Eigenverantwortung für die lokale Schulentwicklung wird nicht unterlaufen.
  • Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Qualitätsurteil wird ermöglicht
    (z.B. auch Möglichkeit zur Gegendarstellung durch die Schule).